Dienstag, 1. November 2011

Happy Halloween, America! Besinnliches Allerheiligen, Östererich!

Gestern war Halloween.
Ihr wisst ja, das Traditionsreiche und uralte keltische Totenfest, bei dem die Menschen der Toten gedenken und sie mit rituellen Speisegaben ehren.

Dieser Brauch wird bis heute, weitestgehend über die Jahrhunderte unverändert, praktiziert und besinnlich gefeiert.

Oh hey, warte... NOT!

Ich kanns ja verstehen, dass sich Bräuche ändern und sich weiterentwickeln, aber wirklich? Österreich? Echt jetzt?

Das Halloween wie wir es kennen entstand in Amerika. Kostüme, Süßigkeiten statt Speisegaben, Schabernack betreiben, das alles gehört dort dazu. Und es ist legitim. Die Amis scheren sich nicht besonders viel über das was wir "Allerheiligen" nennen. Is ja auch klar: Sie sind großteils protestantisch. Insofern hat dort Halloween eine Berechtigung als art Ersatzfest.

Ich kann auch verstehen, warum man Halloween in Österreich feiern will: es ist überall in den Medien, ein Grund sich zu verkleiden und mal (wieder) mit den Kumpels ordentlich einen draufzumachen.

Ach hätten wir für sowas doch nur ein eigenes Fest... ziemlich ähnlich... eventuell mit Krapfen. Hmm
 .
Auf jeden Fall, Halloween in Amerika geht weitestgehend gesittet ab: Kinder verkleiden sich wie niedliche Kürbisse oder Geister und gehen von Haus zu Haus. Hat jemand keine Süßigkeiten, gibts eine Rolle Klopapier über den Baum im Vorgarten, oder ein rohes Ei auf die Türschwelle. Um 10 sind die Kinder daheim, leeren die Bergeweise akkumulierten Süßwaren aus und warten ungeduldig, bis die überfürsorglichen Eltern alles nach Rasierklingen untersucht haben (das mit den manipulierten Süßigkeiten ist tatsächlich schon 2, 3 mal vorgekommen, es war aber in jeder Instanz ein enges Familienmitglied, welches dafür verantwortlich war.).

Wenn dann alles freigegeben worden ist, stopft man sich das Gesicht mit Schokolade voll bis man ohnmächtig wird, während Zahnärzte der ganzen Nation auf dem oberstem Turm ihres Gruselschlosses stehen und manisch lachen.

"Keine Zahnzusatzversicherung? AAHAHAHAHAHAAH!!!"

Als Erwachsener oder Teenager bleibt man entweder daheim, oder geht kostümiert zu einer Feier, wo dann eben auch was getrunken wird. Aber wirklich, eher bleibt man daheim. Ich war mit 13 schon fast zu alt um von Haus zu Haus zu gehen.

In Österreich schaut das ganze so aus: Eine Gruppe Menschen gehen "verkleidet" fort. Verkleidet bedeutet hier weiße Gesichtsschminke und/oder Heath-Ledger-Joker-Verkleidung für die Buben, Katze oder Teufel - hauptsache Minirock - für die Damen.

"Oh Mann! Auf die Idee ist sicher noch keiner gekommen! Hihihi!"

Dann wird sich erstmal vollgeschüttet. Als Österreicher muss ich sagen: Anrauschigen? OK. Das ist bei jedem österreichischem Fest so. Haben wir das Ganze halt adaptiert.

Nur leider können Österreicher eben nur das eine bei einem Fest, alles andere wird halbherzig und ohne zu wissen wieso einfach auch gemacht.

Es gibt also "saures", indem man einfach Mülltonnen umhaut, einander gscheid einiposcht und sich sowieso einfach total wegschießt (mehr als sonst, mann muss ja "feiern"). Ihr denkt ich übertreib. Gestern ist mir von dem alles zu genüge untergekommen.

FEIERN!!! JAAAAAAA!!!

Ich hab meine Kindheit in den USA verbracht. ich war zwischen 7 und 13 jedes Jahr Trick-or-Treaten. Mein Bruder (5 Jahre älter) war auch unterwegs und ist auch nicht vollgekotzt und unansprechbar in der Ecke gelegen. Es war witzig und es sind Kindheitserinnerungen die ich mir gerne behalten würde.

Also bitte: Machts es nicht kaputt, liebe Leute. Wir haben eigene Feste zu feiern.

Freitag, 9. September 2011

Dekonstruktion des schlechtesten Liedes der Welt

Das schlechteste Lied der Welt. Da hat wohl jeder etwas dazu zu sagen. Und ich schätze mal, eure Meinung ist valide, wenn ihr z.B. Rebecca Blacks reimloses Monstrum und Sommerhit 2011 "Friday" vorschlägt. Ihr könntet bis zu einem gewissen Grad recht haben, wenn ihr das zu Tode gespielte Rock-Etwas "Summer of 69" nominiert. Baha men? Nein. DAS ist ein Klassiker.

Tja. Eure Meinungen sind zwar valide und gut durchdacht, sie haben aber noch eines gemeinsam: Sie sind alle falsch.

Meine Damen und Herren, ich präsentiere ihnen nun den schlechtesten Song der Welt:


Genau. "The Shoop Shoop Song" von Cher.

Kommen wir zum eigentlichem Thema:

Warum ist dieser Song so schlecht?

Hier meine Begründung:



1.) Das Original ist (wie immer) besser

Nun, ganz davon abgesehen davon, dass die Tatsache, dass die Cher-version eine halb-verhaute Coverversion eines Betty Everett hits ist (Ja, keine Sorge, ich hab auch keine Ahnung wer Betty Everett war) und dadurch in meinen Spielbuch gleich schon mal einen fetten Abklatschmalus kassiert, ist die Originalversion um einiges netter anzuhören. Im Gegensatz zu den gekrächtzten Rachenlauten die Cher "Singen" nennt, ist die Originalversion zumindest in gesangstechnischer Hinsicht anhörbar mit netten kleinen Acapella-Elementen.

Was gibt uns die Cher-Version? Übermäßig harte Gitarrenriffs während Cher es irgendwie schafft den Schwachsinnstext irgendwie aus ihrer Nase herauszukotzen.

A propos Schwachsinnstext:


Donnerstag, 18. August 2011

Urban Archeology: Flugzeugklatscher

Was einst gang und gebe war erscheint uns heute wie eine längst vergangene Ära. Eine Ära die viele von uns miterlebt haben, höchstwahrscheinlich aber in eine dunkle Ecke unseres Gedächtnisses verdrängt haben. Es war eine glorreiche Zeit, in der die Menschheit sich mit Neugierde und Aufregung in die Lüfte schwang, jedoch zu faul und degeneriert war um sich dafür einen Anzug anzuziehen: Es war die Zeit der Flugzeugklatscher.

Airplane Clapper Champions '97! GO CLAPS!

Setzt euch her, Kinder, und ich erzähl euch von einer Zeit, in der die Leute mit Respekt und Ehrfurcht dem Beruf des Piloten ehrten. Eine Zeit in der die Stewardessen noch scharf waren. Wenn man flog, flog man mit einem Funkeln in den Augen. Bemannt mit Walkman und Nylonfarbenen Turnhosen stieg man in das Flugzeug, im vollen Vertrauen, dass der gutaussehende Schwerstalkoholiker im Cockpit das tonnenschwere Gefährt sicher ans Ziel manövrieren wird. Wenn es dann soweit war - egal ob man sanft wie eine Wolke gelandet ist oder mehr durchgewühlt als ein vertigöser Drehwurm in der Waschmaschine - fing es dann almählich an. Erst leise, dann immer lauter. Das sanfte Crescendo aufeinanderklatschenden Fleisches.

Klatsch. 
Klatsch. 
Klatsch.

Neulich sehnte ich mich mit nostalgischem Verlangen in diese Zeit zurück.
Es war eine kleine Maschine. Ich war schon seit Stunden unterwegs. Ein kurzer Flug von Kopenhagen nach München. Pretty standard stuff. Und in der Tat velief der Flug bis auf ein monströses Schädelweh problemlos.

Dann kam die Ansage: "Leedies end Tschentlmen, ve vil ärreif ahr feinl Destinääschn in about fiffteen minnits!"


Anfangs wusste ich nicht, warum ich mich so sehr über diese Ansage freute. Ja, 15 Minuten. Toll. Ich muss nachher noch Zug fahren, also bin ich eh noch nicht daheim.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Der Pilot auf diesem Flug befreit mich gleich von der nervtötenden Deutschen die mit ihrer nasalen Stimmen und in furchtbar miesem Englsich ihrem Amerikanischen Sitznachbarn erklärt,: "No, no! ESSBAAAHN! Wick-Tuu-AAAAlien-Markt!!" und dem kreischendem Baby der Dame vor mir, die - vollkommen ignorant der bösen Blicke die auf sie gerichtet waren - das Baby ignoriert und fröhlich mit ihrer Freundin über Brustmilch plaudert. Es war ein Zeichen, dass ich in 15 Minuten nicht mehr neben dem eigenartigen Italienischem Herren sitzen muss, der mit viel zu viel selbstverständlichkeit und ohne Scham in der Nase bohrt (Ja, ich hab ihn den Finger lecken gesehen.).

Popeln: You're doing it wrong.

Da überwältigte mich die Nostalgie.

Flieg schneller Pilot!

...Der Knabe bekommt einen Applaus von mir.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Nostalgietöter: Warum deine Kindheit vergleichsweise mies war.



"WAAAS??? Kindheit nicht so toll??" wirst du dich wundern. doch lieber hypothetischer Leser, hör mir zu. Erwachsensein ist total geil! Und zwar aus folgenden Gründen:



1.) Was ich will, wann ich will.

Neulich bin ich aufgewacht, hab mein Zeug für den Tag zusammengepackt und - verplant wie ich bin - hab ich komplett die Zeit übersehen. Frühstück war also nicht drin. Da mein Magen aber mehr Krach gemacht hat als ein Paukenspieler in einer Feuerwersfabrikhallenexplosion hat eine Lösung her müssen. Man greift also in den Schrank und....


Kekse. Ich hatte Kekse zum Frühstück.

Für viele Leute ist das jetzt das endgültige Zeichen, dass ich ein Sozialversager bin, der es nicht schafft, eine gesunde Ernährung zu pflegen. Mag sein. Aber trotzdem: Kekse. Zum Frühstück.

Ich möchte ein kleines Experiment durchführen. Schließe deine Augen. Augen zu? Gut.
Jetzt schau tief in dich hinein. Irgendwo unter deinem emotionalen Ballast, gleich neben den Verdrängten Erinnerungen muss dein inneres Kind sein. Gefunden? Prima.
Jetzt frag dieses Kind mal, was, wenn es denn am liebsten gerade hätte?
Fast jedes Kind wird dir irgendeine Süßigkeit nennen. Ausser, die Leute unter den Lesern, die Batman sind. Da will das innere Kind nur Rache.

...oder ein Bat-Keks.


Der nächste Schritt in unserem Experiment ist, dass man mit dem Finger auf das innere Kind zeigt und lauthals zu lachen anfängt.

Punkt ist der: Als Kind ist man komplett abhängig von Erwachsenen oder wolgesinnten Freunden um an Köstlichkeiten zu kommen. Als Erwachsener kannst du, wenn du es so willst, mitten in der Nacht ins Auto steigen, zur nächsten Einkaufsgelegenheit fahren, und dir die Wanst um 4 Uhr Morgens mit Kristallzucker, Fett und Gluten vollstopfen.


Zufälligerweise auch meine Sommerdiät.

Das Tolle daran? Es kann niemand etwas dagegen tun. Natürlich werden dich die Leute komisch anschauen, wenn du mitten in der Nacht in der Tanke stehst und probierst, dir intravenös Vanilleeis einzuführen, aber dagegen tun können sie nicht. Ist ja nicht illegal. Das nächste Mal wenn du also etwas süßes isst, nimm dir doch bitte die Zeit, um dein inneres Kind zu verhöhnen.



2.) Problemlösender Gott von Allem!

Kinder haben auch Probleme. Diese sind allerdings fundamental unterschiedlich zu denen, die wir als Erwachsene haben. Statt "Wo sind eigentlich meine Hosen" und "Wie beseitige ich jetzt die Leiche?" fragen sich Kinder viel naivere Sachen. Sachen, die wir als Erwachsene nicht mal mehr als Problem erachten.

Neulich hat mich vor einer Volksschule ein Kind angesprochen, weil eseine werwaiste Schultasche gefunden hat. Für das Kind ein unüberwindbares Problem. Für uns (OK, ich hatte Hilfe) kein Problem: Reinschauen, Namen finden, in die Schule, "Soundso hat seine/ihre Tasche vergessen. Danke. Wiederschau'n!"

Instant. Problem. Solving.

Wo das Kind gnadenlos gescheitert wäre, haben wir SOFORT eine Lösung gefunden und durchgesetzt. Wie Batman. Erwachsene sind wie Batman.


"Dieser Fall wäre gelöst. Und jetzt: Kekse fürs Frühstück einkaufen!"

Geil.



3.) Magischer, weltbewanderter Experte im Toll sein

Kinder Haben Vorstellungen von allem. Zum Beispiel Banken. In Banken gibt es Geld. Die Freundin meines Bruders hat mir einmal eine geschichte erzählt, wie sie als kleines Mädchen in eine Bank spaziert ist, um einen Kredit in der Höhe von ein paar Schilling aufzunehmen. Sie wollte sich damit ein Jolly-Eis kaufen.

Twinni hätte den finanziellen Rahmen gesprengt.

Wir Erwachsenen wissen, dass das kompletter Blödsinn ist. Weil wir wissen wie Banken funktionieren.

Genau da ist der springende Punkt: Wir brauchen keine Experten zu sein, was Wirtschaftswesen, Kreditwürdigkeit usw. betrifft. Es reicht schon, dass wir wissen, wie man einen Erlagschein ausfüllt, welche Zahl auf deiner Karte jetzt die Kontonummer ist, und wie man tolle Erwachsenengespräche mit den Bankangestellten führt. Reicht.

Das alles ist für Kinder vollkommen unverständlich. Wenn sie einen Erlagschein sehen, ist ihr erster Instinkt, sich in die Hosen zu machen oder ein Bild darauf zu malen. Wir haben das Ganze durchschaut. Und zwar alleine. Ich kenne keinen, dem beigebracht worden ist, wie man einen Erlagschein ausfüllt. It's all me, baby. Supersmart.

Das selbe gilt für Krankenhäuser, Ämter, Schulen, Büros, etc.
Für uns ist ein Krankenhaus nicht ein Haus in das man geht wenn man krank ist um dann gesund wieder heraus zu spazieren.

Wir Erwachsenen haben ein sehr viel komplizierteres Bild von all dem. Leute gehen manchmal ins Spital und kommen eben nicht gesund raus. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, Fehler passieren ab und zu, etc. All dies geht an Kinder vorbei. Wir können komplexer, weiter, abstrakter denken und das Ganze auch in der Praxis anwenden. Und obwohl ich den selben Vergleich in einem Artikel ungern drei mal ziehe ist das trotzdem wie Batman.


"Antragsformular B erfolgreich eingereicht!"

4.) Besserer Spaß

Ab und zu hab ich mit Kindern zu tun. Letztens war ich Betreuer einer Kinderstation bei einem Fest. Es gab eine Hüpfburg und so weiter. Als ich so bei dieser mickrigen Hüpfburg stand, dachte ich, klassisch sentimental "Hach, einmal wieder Kind sein und unbeschwert herumhüpfen können.". NAtürlich habe ich sofort die Kinder verscheucht, die Hüpfburg gespertrt und bin selber drauf losgehüpft. Siehe Punkt 1: Ich darf das.

Wie toll war das? Sehr toll. 8 von 10 Punkten. Und zwar für ungefähr ebenso viele Sekunden.
Klar ist Hüpfen toll, aber eben nicht so abwechslungsreich. Genauso können sich Kinder endlos über Pupsen totlachen. Natürlich wird jetzt der Einwand kommen, das ich zu wenig im Kontakt mit meinem inneren Kind bin. Diesen Leuten möchte ich versichern, ich bin auf jedem Entwicklungsstand außer dem körperlichen naherzu auf dem Level eines 7-Jährigen stecken geblieben. Es ist nur so, in dem viertel Jahrhundert in dem ich auf der Welt bin, habe ich schon sehr viel gehüpft. ich habe Leute pupsen gehört. oft. Für mich ist das Ganze nichts Neues.

Comedy gold.

Es ist also logisch, dass für mich ein intelligenter Witz oder ein tolles Wortspiel mehr gibt als auf Plastik und Luft herumzuhüpfen. Und weil das ganze rudimentäre Spaßverhalten aus dem Weg geräumt ist, hat man auch ein größeres Spektrum. Es gibt unendlich viele clevere und lustige Wortkombinationen. Im Gegenzug dazu gibt es nur eine relativ begrenzte Anzahl an Dingen, auf denen man hüpfen kann, bevor es fad wird.

Erwachsene haben also ein größeres Spektrum an potentiellem Spaß. 4:0 fürs Erwachensein.


Tut mir also leid, Kindheit. Du hast leider versagt. Aber keine Sorge, in ein paar Jahren wird es auch bei dir soweit sein. Bis dahin: Frohes hüpfen!

Sonntag, 22. Mai 2011

Leckeres auf den Plattenteller

Ein Post für alle Festplattenzuspammer und Auf-Parties-YouTube-Schauer.

Partystimmung. Die Leute sitzen nett zusammen, es wird ein bisschen getrunken, geplaudert, musik gehört. Plötzlich tritt die erste kosmische Konstante der modernen Hausparty in Kraft. Der Satz "Hey, kennst du eigentlich schon [Name einer obskuren Band, die man name-drop'd um bei der kleinen Blonden ins Höschen zu kommen]?"

Wenn die besagten Höschen so aussehen, stell dein Glas weg. Du hast schon genug gehabt.

Natürlich ist die Band nicht am computer vorhanden oder als CD greifbar. Es muss daher auf ein qualitativ minderwertige YouTube version zurückgegriffen werden. Der effekt dieses Liedes ist dann immer - egal, wie musikalisch hochwertig der song ist - "Aha. Ganz nett.". Diese Reaktion ermöglicht das eintreten der zweiten kosmischen Partykonstante.

Ein Videozuschauer, angespornt durch die vor ihm offene YouTube-Seite wird zweifelsohne den Satz fallen lassen: "Hahaha. Aber kennst du schon [Veraltetes internet-meme oder unlustiges humor-video]?"

Bald bildet sich eine Traube von durch das Bildschirmflimmern angezogene Partymotten um den Computer und lässt die anderen Partygäste musikalisch am Trockenen sitzen während sie sich über Videos von lachenden Babies zerkullern. Gratuliere. Deine Party ist nun tot.

In Skandinavien hat man dieses Problem natürlich sofort erkannt und sich mal für 5 Minuten dem Vodka und den blonden glamor-Models abgewandt, um eine Lösung zu finden.

Oben abgebildet: Skandinavien

"Genug spärlich bekleidete Damen!", mögst du jetzt sagen. "Was ist denn jetzt die Lösung?"
Nun, lieber hypothetischer Leser. Die Antwort lautete Spotify.
Wer davon noch nichts gehört hat, Spotify ist ein Programm mit dem man Lieder streamen kann. Man hat Zugriff auf die ganze Spotify-Bibliothek und kann Playlists erstellen und auch mit Freunden teilen. YouTube Videos als DJ-Ersatz sind also tot!

"Hmmm, wenn dann Spotify so toll ist, warum hab ich noch nie davon gehört?" könntest du jetzt Fragen.
Meine Antwort wäre, das du mich nicht immer unterbrechen solltest, wenn ich posts schreib, verdammt! Ausserdem, aus rechtlichen Gründen war ein solches Programm noch nicht in Restwelt möglich.

War.

Entsprechend groß war meine Freunde, als ich über Simfy gestoßen bin! Komplett legal und wirklich jede Menge Musik live ins Wohnzimmer. Geilo. Ich habs mir mal angeschaut und war echt zufrieden. Vielleicht solltest du das auch. Glaub mir, deine Parties können nicht noch mehr YouTube-Schaden vertragen.



Anmerkung:
Dieser Post, auch wenn er sehr nach Werbung klingt, ist keine. Wenn Simfy mir trotzdem Geld dafür geben will: nur her damit!

Donnerstag, 5. Mai 2011

Instant BFF's!

Ich weiß nicht, obs an Facebook oder an der österreichischen Bussi-Bussi-Gesellschaft liegt, dass Leute meinen, ab dem ersten Eindruck gleich auf beste Spezln zu machen. War das scho immer so? Auf jeden Fall ist es mir noch nie so auf- und auf die Nerven gefallen.
Dieser Blogpost ist für dich, wildfremder Zwangsbeschmuser:


Du scheinst zwar sympathisch zu sein, aber.....


Hallo. Wir kennen uns erst seit kurzem, aber ich fühle mich in unserer Beziehung eingeengt. Du kennst mich ja, ich hab mal was diesbezüglich auf Facebook gepostet. Freiraum und so.
Auf jeden fall find ich es toll, dich zu kennen. Ich ich will ja auch nicht gemien sein. Aber trotzdem könntest du mal ein bisschen zurückschalten.

Ja, wir haben uns vielleicht schon mal im echten Leben getroffen. Ja, wir waren vielleicht sogar auf einen Kaffee gemeinsam. Wir haben gemeinsame Freunde, Bekannte und von deiner Homepage kann ich erkennen, dass du meine Passion für das Sammeln russische Porzellanpuppen teilst. Das ist ja alles ganz nett. Ich plaudere gerne mit dir über diese Dinge. Smalltalk halt. Ein bisschen beschnuppern, kennen lernen, dann könnte man das Ganze vertiefen.

In diesem Sinne:
NEIN, ich will dir nicht sagen, was meine tiefsten Träume sind!
NEIN, ich erzähl dir nicht mein peinlichstes Erlebnis!
NEIN, du darfst nicht fragen, wie's denn bei mir mit der Liebe ausschaut!
NEIN, ich will nicht mit dir alleine zwei Stunden irgendwo herumspazieren und über Gott und die Welt plaudern!

Das ALLES geht dich nichts an. Meine Weltanschauungen, sowie politische, philosophische, sexuelle Einstellungen gehören zu MIR und den Menschen, denen ich diese anvertrau.

Und obwohl ich's nett finde, dass du nach einem Mal treffen gleich erkennen kannst, dass ich "ein ganz toller Kerl", "Superlieb" oder "ein guter Mensch" bin, BEHALTE DIESE INFOS FÜR DICH! Das wirkt Stalkermäßig. Du kennst mich nicht. Is lieb, aber nein danke. Kompliment nicht angenommen.

Puh. Das tut gut. Musste ich mal los werden. Ich hoffe, du bist jetzt nicht schockiert oder so. Ich denke aber, das wäre zwischen uns gestanden, wenn wir uns das nächste Mal auf einen Kaffee treffen würden.

Montag, 11. April 2011

Beschwerdebrief an das Wetter

Liebes Wetter!


Wir zwei kennen uns ja schon ewig. Seit fast einem viertel Jahrhundert mach ich jetzt schon deine Schwankungen und Launen mit und ich hab mich, denk ich, sehr zurück gehalten mit meiner Meinung. Doch was zu viel ist ist zu viel. Es reicht mir. Das ganze steht mir bis zum Hals und ich halts einfach nicht mehr aus. Ich hab nur noch eine Bitte:

Hör. Auf.

Du tanzt mit deinem blöden Sonnenschein und kühen Brisen hier an und hängst den ganzen Tag herum! Das geht so nicht! Es gibt Leute, die was LERNEN müssen!! Wie stellst du dir das vor, hm? Ich kann nicht immer in eine hermetisch abgeschlossene Bunkeranlage um dir aus den Weg zu gehen!

Wann soll ich bitte meine Aufgaben machen, wenn du mich zwingst in der Sonne zu sitzen und Radler zu trinken?? Bitte hab das nächste Mal Respekt vor Leuten, die was weiterkriegen müssen bevor du überall deine Sonnenstrahlen ausstreust.

Ich vertrau darauf, dass sich dein Benehmen bald ändert!!


Mit Freundlichen Grüßen,

Bert

Mittwoch, 6. April 2011

Das Problem mit dem Informationsmanagement.

Computer sind eine tolle Sache. Man kann von zuhause aus einkaufen, Informationen besorgen, verdammt, man kann sich sogar um seinen ganzen Unischeiß kümmern, ohne dass man sich überhaut Unterwäsche anziehen muss!

Glorreich ist das Zeitalter der reibungslosen Datenübertragung!

....

NOT!!!

Versteht, das Internet ist nur so klug wie seine User. Außerdem ist es nur so gut wie der Dienstleistungsanbieter.


Schauen wir uns zum Beispiel Amazon an:

Von Userseite sind die Anforderungen minimal: Du musst geld haben, wissen wie ein Einkaufswagerl ausschaut und darauf klicken können. Fertig.

Die Firma Amazon hat (vermutlich) gut ausgebildete Mitarbeiter, Logistiksysteme und effektive Problemlösungsvorgänge. Perfekt.

Im Vergleich dazu, lasst uns doch mal PH-Online, das Verwaltungsprogramm auf der Pädagogischen Hochschule Salzburg, anschauen:

Erst mal, die Betreiber von PH Online (zumindest die Administratoren und Professoren) lassen sich in etwa folgendermaßen zusammenfassen:
"A Computer!!! Kill it with FIRE!!!"

Theoretisch ist es ja ein tolles Ding, dass ich mich von zu Hause aus inskribieren und die Lehfrist meiner Bibliotheksbücher verlängern kann, aber umso ärgerlicher ist es, wenn es nicht geht.

Ich hatte zum Beispiel ein Problem mit der Inskribierung bei einem Fach. Anscheinend war ich noch nicht freigestellt, um darin zu inskribieren. Ich gehe natürlich ins Sekretariat um zu fragen, wie lang der Bestätigungsvorgang für meine Anerkennungen denn in etwa dauern könnte. Die Antwort?

"Naja, eiiiigentlich könnten Sie das ja auch selber nachschauen...."

Aha. Toll. Nur wie, dass kann mir keiner erklären.

Ich versuche, die Verlängerungsfrist eines Buches zu verlängern. Ich geh auf die Bibliotheksseite, die mich darauf aufmerksam macht, dass, nein, leider, Salzburg nicht wie alle anderen ist und man da einen eigenen Login persönlich zugewiesen kriegt.
In der Annahme, die PH ist so gscheit, das mit PH Online gekoppelt zu haben, probier ich den EINZIGEN Login den ich jemals in der PH gebraucht hab. Geht nicht. Super.

Persönlich vor der Bibliothekarin stehend, der gleiche Spruch wie im Sekretäriat:

"Naja, eiiiigentlich könnten...."

OK, JETZT PASS MAL AUF.
ERSTENS: Es tut mir leid, dass ich die Frechheit besitze, hier her zu kommen, um euch zu beten, dass ihr das macht, wofür ihr BEZAHLT werdet. Ich krieg das Buch von euch, ich geb das Buch an euch zurück, und wenn ich schon in der Gegend bin, verlänger ich es auch bei euch. BASTA.

Und zweitens, in der Theorie KÖNNTE und WÜRDE ich das ganze selber machen, wenn das ganze blöde System nicht ein wirrer Haufen an halb verständlichen Formulierungen und unnötigen Zwischenschritten wäre!

"...und dann seid ihr schon FAST am Login."

Es ist ja nicht so, dass die StudentInnen nicht wissen, wie man Computer bedient. Es ist auch verständlich, dass Verwaltungssoftware was inhärent komplexes haben muss, um alle Bereiche abzudecken.
Also warum nicht einfach den StudentInnen beibringen, wie's geht? Wenn die User wissen, wie man das Programm navigieren und Verwenden kann, wäre auch der Verwaltungsaufwand geringer...

Oh nein, halt, warte. Geht ja nicht. Weil die ersten 3 Semester Computerunterricht der PH dafür bestimmt sind, andere, WICHTIGERE Sachen zu lernen.

...Sachen wie "Word Dokumente Formatieren".


Kein Witz.

Leider.

Montag, 4. April 2011

Herumgeplänkle mit Abgabefristen

"Do it! Come on! Do it NOW!" Diesen Worten eines weisem österreichischem Philosophen und Wortschmiedes wird allgemein zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei sind sie Ratschläge gegen eines der größten Probleme der heutigen Gesellschaft.

Mit Zeitfressern wie YouTube, Facebook, oder aber auch die gefühlten 20,000 TV-Sender die jeder Mensch mittlerweile aus dem Äther picken und in sein Handy stopfen kann ist garantiert immer für Ablenkung gesorgt. Toll. Meistens.

Während Diese Zeitfresser durchaus ihren Zweck haben um regnerische Nachmittage zu überbrücken, oder um den - mangelns ausreichender Körperhygiene - beißenden Geruch seier eigenen Zehen zu verdrängen, haben sie sehr wohl auch Kehrseiten. Zum einen sind sie IMMER besser als arbeiten. Besonders, wenn die Aufgaben blöd sind.

Ich habe neulich ein Buch gelesen, dass die ganze Problematik so darstellt:

Man stelle sich vor, man hat vor sich ein Brett liegen. Es ist ein normales Standardbrett. Breit genug um sicher darauf gehen zu können. Das Brett liegt einfach da.
Die Aufgabe ist jetzt, über das Brett drüber zu spazieren.

Einfach.

Im Prinzip ist das die Situation, in der man weit vor dem Abgabetermin ist. Man tut sich leicht, das Problem zu bewältigen, hat aber umgekehrt auch nicht wirklich einen Grund es zu tun. Es ist ein Brett auf dem Boden verdammt, da kann ich doch später auch noch drüber gehen. Erst mal lieber ein paar lustige Katzenvideos auf YouTube anschauen.

Während man also darüber lacht, dass die fette Katze zum wiederholtem Mal gegen die Wand läuft kommt irgendsoein komischer Kerl (wir nennen ihn "Mr. Deadline") und klaut dein Brett. Danach sucht er sich zwei fette Hochhäuser. Dann legt dieses blöde Arschloch das Brett genau von einem Dach zum anderen. Unter dem Brett nicht mehr die Wiese von vorher, sondern 20 Stockwerke pures Nichts.

Die Aufgabe ist jetzt noch immer die gleiche: Geh über dieses doofe Brett. Nur, dass es jetzt auf einmal nicht so leicht geht. Sicher WÜRDE es gehen, aber auf einmal ist man gehemmt und verflucht sich innerlich, warum man nicht vorher schnell über dieses Scheißbrettl gelaufen ist, als es noch einfach war.

So flucht man also in sich hinein und realisiert nicht, dass dieser psychopathische, wahnsinige Deadline-Vollarsch das ganze scheiß Gebäude angezunden hat! Auf einmal ist das Brettl der einzige Weg raus. Da muss man jetzt drüber. Zumindest muss man es probieren. Man stürzt also durch die Rauchwolken und Flammenzungen darauf los, mit dem festen Plan, wenn man in Sicherheit ist, eine Zeitmaschine zu bauen und dem Ich aus Brettl-in-der-Wiese-Zeiten gehörig in seine Vergangenheitshödlis zu treten.

Jetzt kann alles passieren. Man kann vom Brett fallen und scheitern, man kann drüben ankommen und sich freuen, aber Faktum ist, dass es schwerer, unangenehmer und im allgemeinen stressiger ist, als wenn man dieses blöde Brett gleich in Angriff genommen hätte.

Und das alles, wegen schlecht gesungener Songparodien und nichtssagender Statusmeldungen.


Die Moral von der Geschicht: Bretter sind scheiße.

Lasst also die armen Katzen ihre Cheezburger in Frieden essen und hört zu Abwechslung auf den Arnie: Do it! Do it now!

I know I will.

...

Aber zuerst mal Facebook checken....