Montag, 4. April 2011

Herumgeplänkle mit Abgabefristen

"Do it! Come on! Do it NOW!" Diesen Worten eines weisem österreichischem Philosophen und Wortschmiedes wird allgemein zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei sind sie Ratschläge gegen eines der größten Probleme der heutigen Gesellschaft.

Mit Zeitfressern wie YouTube, Facebook, oder aber auch die gefühlten 20,000 TV-Sender die jeder Mensch mittlerweile aus dem Äther picken und in sein Handy stopfen kann ist garantiert immer für Ablenkung gesorgt. Toll. Meistens.

Während Diese Zeitfresser durchaus ihren Zweck haben um regnerische Nachmittage zu überbrücken, oder um den - mangelns ausreichender Körperhygiene - beißenden Geruch seier eigenen Zehen zu verdrängen, haben sie sehr wohl auch Kehrseiten. Zum einen sind sie IMMER besser als arbeiten. Besonders, wenn die Aufgaben blöd sind.

Ich habe neulich ein Buch gelesen, dass die ganze Problematik so darstellt:

Man stelle sich vor, man hat vor sich ein Brett liegen. Es ist ein normales Standardbrett. Breit genug um sicher darauf gehen zu können. Das Brett liegt einfach da.
Die Aufgabe ist jetzt, über das Brett drüber zu spazieren.

Einfach.

Im Prinzip ist das die Situation, in der man weit vor dem Abgabetermin ist. Man tut sich leicht, das Problem zu bewältigen, hat aber umgekehrt auch nicht wirklich einen Grund es zu tun. Es ist ein Brett auf dem Boden verdammt, da kann ich doch später auch noch drüber gehen. Erst mal lieber ein paar lustige Katzenvideos auf YouTube anschauen.

Während man also darüber lacht, dass die fette Katze zum wiederholtem Mal gegen die Wand läuft kommt irgendsoein komischer Kerl (wir nennen ihn "Mr. Deadline") und klaut dein Brett. Danach sucht er sich zwei fette Hochhäuser. Dann legt dieses blöde Arschloch das Brett genau von einem Dach zum anderen. Unter dem Brett nicht mehr die Wiese von vorher, sondern 20 Stockwerke pures Nichts.

Die Aufgabe ist jetzt noch immer die gleiche: Geh über dieses doofe Brett. Nur, dass es jetzt auf einmal nicht so leicht geht. Sicher WÜRDE es gehen, aber auf einmal ist man gehemmt und verflucht sich innerlich, warum man nicht vorher schnell über dieses Scheißbrettl gelaufen ist, als es noch einfach war.

So flucht man also in sich hinein und realisiert nicht, dass dieser psychopathische, wahnsinige Deadline-Vollarsch das ganze scheiß Gebäude angezunden hat! Auf einmal ist das Brettl der einzige Weg raus. Da muss man jetzt drüber. Zumindest muss man es probieren. Man stürzt also durch die Rauchwolken und Flammenzungen darauf los, mit dem festen Plan, wenn man in Sicherheit ist, eine Zeitmaschine zu bauen und dem Ich aus Brettl-in-der-Wiese-Zeiten gehörig in seine Vergangenheitshödlis zu treten.

Jetzt kann alles passieren. Man kann vom Brett fallen und scheitern, man kann drüben ankommen und sich freuen, aber Faktum ist, dass es schwerer, unangenehmer und im allgemeinen stressiger ist, als wenn man dieses blöde Brett gleich in Angriff genommen hätte.

Und das alles, wegen schlecht gesungener Songparodien und nichtssagender Statusmeldungen.


Die Moral von der Geschicht: Bretter sind scheiße.

Lasst also die armen Katzen ihre Cheezburger in Frieden essen und hört zu Abwechslung auf den Arnie: Do it! Do it now!

I know I will.

...

Aber zuerst mal Facebook checken....

1 Kommentar:

  1. Über ein Brett in der Wiese gehn kann jeder, der halbwegs nüchtern is und 2 funktionierende Beine hat. Behaupten wir mal, dass das auf den Großteil der Bevölkerung zutrifft, solangs hell is.

    Das durch Feuer, Rauch, Nebelschwaden - Armageddon - gehen zu können, ist die eigentliche Kunst, die es zu erlernen gilt...

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